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Piraten und #nixgate – meine Meinung

Mal meine Meinung zu dem #nixgate:

Zu aller erst: Bitte nicht immer alles so total ernst nehmen. Die Welt ging nicht unter als Frauen ihre Brüste gezeigt haben und sie wird jetzt auch nicht untergehen, wenn mal ein paar Dienste nicht funktionieren. Einfach mal etwas anderes machen und weniger aufregen.

Dann zur Sache: Erst einmal kann ich die Aktion verstehen. Es ist ein Versuch zu zeigen, dass Teile der IT und Verwaltung nicht mehr mitmacht, wenn es so weiter geht.

Andererseits finde ich, dass das kein Streik ist. Streik ist eigentlich etwas passives – also man macht etwas nicht mehr. Aber anscheinend sind die Server zu Menschen geworden und machen auch nichts mehr. Ich hätte es ja verstanden, dass eine Woche nicht mehr gebucht wird, keine Austrittsanträge angenommen werden oder sich die IT nicht um Serverprobleme o.ä. kümmert. Aber so haben sie nun doch etwas gemacht: destruktiv. Gut, so hätte man von dem Streik bestimmt weniger mitbekommen.

Außerdem finde ich es schade, dass es gerade jetzt (also gestern Nacht) passiert ist. Im Mumble bin ich öfters mal zu dieser großen Bundesrantgruppe rübergeswitcht und hatte das Gefühl, dass Leute nicht nur rumranten, sondern auch überlegt haben, wie es besser werden kann. Die Leute haben da angefangen vernünftig miteinander zu sprechen bzw. es gab da auch endlich mal vernünftige Stimmen, die gegen Parolen argumentiert haben.

Das wurde leider gestern durch den Shutdown kaputt gemacht. Ich möchte gar nicht wissen wie es danach auf anderen Mumble Servern weiterging.

Und wie soll nun dieser Shutdown helfen? Mumble und diverse Mailinglisten sind down. Als ob Leute sich jetzt über direkte Kontakte oder über das Telefon zusammenfinden. Die Alternative ist ja Twitter. Da wissen wir mittlerweile, dass man mit 140 Zeichen keine Diskussion durchführen kann. Jetzt weichen die Leute auf andere Dienste aus, was diese ganze Sache eh torpediert.

Ich hoffe mal, dass diese Aktion bald endet und diese nicht zu sehr geschadet hat.

Vielen Dank für das bis zum Ende lesen.

4 Kommentare

  1. Was mich an der Aktion eigentlich stört (und mir erst später bewusst wurde):

    Einige der Fraktionen in den diversen Landtagen, Stadträten, Verordnetenversammlungen, etc. sind stark auf die Bundes-IT angewiesen. Mehrere Mandatsträgerinnen* hatten gestern abend noch geschrieben, das sie für heute arbeitsunfähig gemacht wurden, weil ihre vorbereiteten Texte in Pads oder im Wiki waren und damit nicht mehr erreichbar.
    Es findet gerade Europa-Wahlkampf statt, in einigen Bundesländern Kommunalwahlkampf. Es gab viele Beschwerden, das durch den Wegfall der Pads und des Wikis die Koordination unmöglich gemacht wurde. Einige Kandidaten hatten anscheinend sämtliche Termine irgendwo in der Bundes-IT geparkt.
    Gelesen habe ich auch von einigen Austritten von Leuten, bei denen es noch richtig, richtig wehtun wird. Vielleicht nicht bundesweit gesehen, aber lokal wird das riesige Löcher reißen.
    Jetzt mit dem Argument zu kommen, „Ach, sollen sich nicht so haben“ oder „dann hätten sie es halt nicht da gespeichert“, verkennt irgendwie das Problem. Oder andersrum: Wozu brauchen wir noch eine Bundes-IT, wenn diese nicht sicherstellen kann oder will, das gespeicherte Daten den Nutzern jederzeit zur Verfügung stehen? Dann können wir die Bundes-IT nämlich gänzlich abschalten. Ja, die Pads wurden dann doch recht schnell wieder angeschaltet. Ebenso gibt es einen Wiki-Mirror und die Verwaltungssoftware war nie betroffen. Dennoch…
    Gestern wurden spontan diverse Mirror und Ersatz-Server von den verschiedenen LVs aufgesetzt. Genau der Dezentralisierungstrend, der durch die BundesIT zum Teil eigentlich aufgehalten werden sollte.
    Ich kann sehr wohl den Frust und die Ohnmacht der Verwaltung und IT verstehen, der zu dieser Verzweiflungsaktion geführt hat. Über die konkreten Folgen haben sie sich aber offensichtlich zu wenig Gedanken gemacht. Jetzt ist das Vertrauen in die Bundes-IT zum zweiten Mal seit Bestehen der Partei massiv erschüttert und ich weiß nicht, ob es sich dieses Mal noch heilen lässt.

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  2. „Andererseits finde ich, dass das kein Streik ist. Streik ist eigentlich etwas passives – also man macht etwas nicht mehr. Aber anscheinend sind die Server zu Menschen geworden und machen auch nichts mehr. Ich hätte es ja verstanden, dass eine Woche nicht mehr gebucht wird, keine Austrittsanträge angenommen werden oder sich die IT nicht um Serverprobleme o.ä. kümmert. Aber so haben sie nun doch etwas gemacht: destruktiv.“

    Das Abschalten von Maschinen ist eine ganz normale Sache wenn Arbeiter in den Streik gehen. Stell dir mal vor Tunnelbauarbeiten werden bestreikt und niemand stellt die Bohrmaschine ab…
    Gleiches gilt für die IT: Wenn die nicht geregelt runtergefahren, sondern einfach nur unbeaufsichtigt laufen gelassen wird können wirklich schlimme Dinge passieren. Dinge die zu reparieren wesentlich länger dauern wird als nach dem Streik alles wieder anzumachen.

    Gruß,
    Justus

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    • Gut, kann bei Geräten in der Produktion o.ä. gut sein, aber bei Computern passiert da nicht so schnell etwas. vor allem nichts böses. Vor allem waren die Server noch online – nur die Dienste abgeschaltet. :)

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