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Bundes LiquidFeedback unter Kontrolle

Heute Gestern hat der Bundesvorstand der Piratenpartei entschieden am Bundes LiquidFeedback System noch mal Hand anzulegen. Unter anderem wurde das Personal gewechselt (nun übernimmt es die Bundes IT).

Ich habe ja die Leute immer nicht verstanden, die meinten, dass es ein „Datenschutzproblem“ bei LiquidFeedback gibt. Durch die Pseudonyme war das gut gelöst. Die Abstimmungen müssen für die Nachvollziehbarkeit öffentlich sein. Und die Einsichtnahme von außen bezieht sich nur auf die Texte – also ohne Nutzerdaten.

So wurde es zumindest beim Bundesparteitag verkauft. Dort hatte man nämlich immer auf das Berliner System verwiesen.

Nun wurden vor ein paar Wochen die Nutzungsregeln veröffentlicht, die ein Rechtsanwalt erarbeitet hat. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir zum ersten mal klar, dass man von außen auch das Pseudonym einsehen könnte. Im Datenbankdump sollen wohl die Userdaten auch enthalten sein (ohne Profildaten). Außerdem fand ich die Kritik an der unendlichen Speicherdauer aller Abstimmungen auch berechtigt.

Mich stören die ganzen Sachen ja nicht so, aber wieso sollte man diese Sachen nicht verbessern, wenn sich schon viele Personen gefunden haben, die das auch nicht so toll finden.

Das schlimme ist ja, dass die Leute, die LQFB vorantreiben wollen, immer damit argumentieren, dass man dies nicht mehr ändern kann, weil man sofort mit dem System beginnen will. Dann wird noch erzählt, dass man das ja erst einmal so laufen lassen kann und dann im LQFB oder auf dem nächsten Bundesparteitag entscheiden kann das zu ändern. Hallo? Fängt man nicht eher mit dem an, womit viele Leute leben können und lässt dann drüber abstimmen, was mehr Freiheiten nimmt?

Dann muss wohl jemand heute bei der DPA angerufen haben und denen erzählt haben, dass das ganze heute startet – also bevor da der Bundesvorstand drüber entschieden hat.

Nun gut. Jetzt hat der Bundesvorstand das ganze hinausgezögert und versucht es zu verbessern. Es wird wohl keinen Datenbankdump mehr geben, die Pseudonyme sind von außen nicht mehr sichtbar und das ganze läuft bis zum nächsten Bundesparteitag, wo dann alle Daten gelöscht werden. Finde ich eigentlich ganz gut, auch wenn ich bei paar Sachen nicht ganz so weit gegangen wäre.

Zu der Entscheidung über die Personalien bin ich ja nicht ganz zufrieden. Die Bundes IT macht ja in letzter Zeit ihren Job ganz gut – können halt nichts dafür, dass es Provider seitig Netzprobleme gibt. Aber ich trau denen das nicht so ganz zu. Hätten sie vielleicht doch bei dem bisherigen Team belassen sollen, auch wenn sie zu sehr eingenommen von ihrem System sind.

Jetzt habe ich öfters das Argument gehört, dass der Bundesparteitag sich für LiquidFeeback ausgesprochen hat. Ja und? Das System kommt ja trotzdem. Zu Bedenken möchte ich aber geben, dass bei dem Antrag auf das Berliner System verwiesen wurde. Dort standen z.B. von außen keine Pseudonyme an den Anträgen. Außerdem wurde beim Bundesparteitag nicht entscheiden, welche Regeln das System haben soll. Und darum will sich der Bundesvorstand ja kümmern. Und das hat er nun auch. :)

Ich hatte mich ja eigentlich schon auf das Bundesliquid gefreut, aber lieber das ganze perfekt als recht machen. 😉

//edit: Folgenden Artikel vom Hoppelhäschen finde ich ganz nett: http://www.hase.net/blog/haseblog/hases_blog/Eintrage/2010/8/6_Zur_Aufmunterung__Katze.html

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