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Gentoo – der schwierige Weg

Seit gestern ist es soweit: Ich habe unter Gentoo das erste mal Gnome gestartet. Aber bis dahin war es ein steiniger Weg.

Das erste Problem war, dass die Initrd nicht automatisch meine Root Partition entschlüsselt hat, wie es doch Ubuntu und Debian automatisch machen. Ich musste mich mit einer eigenen Initrd behelfen. Erstmal dadrauf kommen, dass es so gemacht wird usw. hat gedauert – das Erstellen ebenfalls. Unter Ubuntu heißt meine Platte noch [i]sda[/i], nun heißt sie hda. Naja eine genaue Anleitung, wie man so etwas einrichtet, werde ich wohl nachreichen.

Zum nächsten Problem: Ich muss irgendwie den Kernel schlecht kompiliert haben. Im Chroot unter Ubuntu war noch alles schnell. Als ich dann den neuen Kernel gestartet habe (Treiber funktionieren wunderbar), habe ich mich gewundert, wieso es so lahm ist. Erst (also fast einen ganzen Tag lang) dachte ich, dass das normal ist. Als ich dann nochmal das ganze unter Chroot probiert hatte, dachte ich, dass ich den Kernel nochmal neu machen muss. Gesagt, getan: Ein paar experimentelle Module raus, mehr in Modulen ausgelagert, Module abgewählt und so weiter. Nun geht alles schön schnell. Dass der Kernel und die Initrd dadurch größer wurden, ist jetzt auch egal.

Dann gab es noch Konflikte mit dem „GNU C Compiler“ (gcc) bzw. der Architektur Umstellung. Also naja Umstelllung. Anfangs stand komischerweise was von i486 in der make.conf. Dies hatte ich einfach auf i686 geändert. Es lief eine lange Zeit gut. Bei einem Programm wollts nicht, da er nach einem i486 gcc gesucht hat. Ich also gcc nochmal neu kompiliert, was auch geholfen hat. Später kam wieder das Problem, wo ich gcc wieder kompiliert habe. Dieses mal hat er auch gleich stage 1 und 2 kompiliert, was mit dem ersten Kernel sehr lange gedauert hat. Das Problem bestand immer noch. Nun habe ich einfach ein Symlink von i486 auf i686 gemacht. Nicht schön, aber hilft.

So habe ich das ganze Wochenende gebraucht, bis ich endlich Gnome starten konnte. Jetzt folgen nach und nach die wichtigen Pakete. Ich bin ja jetzt ganz schön stolz drauf, dass der Notebook Lüfter leiser wird, wenn die CPU nichts zu tun hat. Naja, das liegt eher dadran, dass ich powernow installiert und konfiguriert habe, welcher die CPU Frequenz je nach Last taktet. Dass der Lüfter dann leiser wird, liegt einfach am Bios.

Heute habe ich auch erstmal den ntpd installiert, da meine Uhr immer eine Stunde nachging. Mozilla Firefox und Thunderbird haben gestern eine Weile gebraucht. Emesene gibt es leider nicht bei Portage – habe mir einfach per SVN das trunk Verzeichnis gezogen und jetzt am laufen. Vielleicht lass ich bei jedem Systemstart ein „svn update“ durchlaufen.

Fazit bisher: Die Dokumentation dürfte bei spezielleren Sachen schon ausführlicher sein, aber das kann man ja selber noch ändern. Aber man lernt immer mehr von Linux, auch wenn man schon über ein Jahr Linux-auf-dem-Desktop-User und mehrere Jahre Linux-auf-dem-Server-User ist.

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