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eine durch Medien geprägte Welt

Mal ehrlich: Wer bevorzugt eher das Buch als Abends den Fernseher anzumachen und sich berieseln zu lassen? Wer kauft sich lieber verschiedene Zeitungen, um die verschiedenen Sichten zu beurteilen bzw. recherchiert selber im Internet nach den bestimmten Informationen, als dass er einfach in den Laden geht und seine 50 cent für die Bild-Zeitung – ein Boulevardblatt – bezahlt und in kompakter und gut aufgemachter Form alles auf einmal hat? Das ist nicht die Mehrheit.

Lassen wir uns also durch die Medien die Meinung vorschreiben und denken gar nicht mehr selber nach? Wozu selber nachdenken, wenn das doch die Medien können? Die Medien versuchen das, nach ihren Empfinden, wichtigste zu zeigen. Aber es kann doch niemand entscheiden, was für einem selber wichtig ist. Wir können uns doch nicht mit einseitigen Informationen füttern lassen. Etwas, was nicht gezeigt bzw. gedruckt wird, ist also nicht wichtig?

Was heißt überhaupt Medien? Zählen die einzelnen Blogs und kleinen Homepages zu den Medien? Für einige schon, doch für die große Masse sind die Medien die Fernsehsender, die verschiedenen Zeitungen und eventuell noch die Radios. Alles was dort nicht berichtet wird, ist nicht wichtig bzw. zeigt nicht die Meinung des gesamten Volkes. Dass es in dieser Welt noch andere Ansichten bzw. Meinungen gibt, wird oft nicht gezeigt.

Ein Beispiel: Tibet. Die meisten denken, dass es doch nicht schön ist, dass China Tibet besetzt hat und verurteilen sie ohne die Geschichte zu wissen. So war Tibet schon Jahrhunderte lang unter Fremdherrschaft und war nur zwischenzeitlich kurz wieder eigenständig. Außerdem muss man beachten, dass der Dalai Lama auch nur ein feudaler Herrscher ist – also nichts mit Demokratie. Doch natürlich darf man natürlich nicht von den schlechten Seiten einer Besetzung Chinas absehen. Jeder muss seine eigene Meinung haben, die man aber erst einmal bilden kann, wenn man alle Informationen hat. Die Medien hingegen zeigen nur die eine Seite.

Außerdem frage ich mich, wie es sein kann, dass die meisten Menschen mehr über das Privatleben einiger prominenter Leute wissen und keine Ahnung von den Debatten in der Politik haben. Was interessiert uns das Leben von Britney Spears, wenn wir nicht mal wissen, welche neuen Gesetzen wir befolgen müssen. Ich denke, es wissen nicht sehr viele, was eigentlich mit ihren Daten passiert – in welche Länder sie übermittelt werden bzw. was alles und wie lange gespeichert wird. Anscheinend ist das Leben eines anderen (der vielleicht nur ein Schauspieler in ein paar Filmen war) wichtiger als das eigene.

Was muss man also machen, wenn man in einem Staat etwas verhindern will, was nur durch die Masse möglich ist? Ja Aufklärung ist das wichtige – nur wie? Man muss es schaffen in die Mainstream Medien zu kommen, um dort ein Zeichen zu setzen. Denn: was in den Medien gezeigt wird, ist (anscheinend) immer richtig und entspricht (anscheinend) der Meinung jedes einzelnen.

Aber zum Glück gibt es das Web 2.0. Jeder kann seine Meinung der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen und viele kommen auf den Geschmack und lesen gerade diese Meinungen der einzelnen Menschen durch. Nur leider ist dies noch nicht bei allen angekommen bzw. werden die Beiträge der „kleinen Leute“ nicht ernst genommen, da nur wenige diese Beiträge lesen (Man kann sich also nicht mehr zurücklehnen und sagen: „Das haben so viele gelesen. Die werden das schon überprüft haben und ist also richtig“).

Ein Gruß an diejenigen, die noch selber denken.

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